In westlichen Ländern entwickeln einer von zwei Männern und eine von drei Frauen im Laufe ihres Lebens eine Tumorerkrankung. Auch in Deutschland ist die Zahl der Patienten, die jedes Jahr mit der Diagnose Krebs konfrontiert werden, nach wie vor erschreckend hoch. Im Jahr 2012  wurden in Deutschland mehr als 486.000 neue Krebsfälle diagnostiziert und über 215.000 Patienten verstarben an einer Krebserkrankung. Aufgrund der steigenden Zahl älterer Menschen im Rahmen des demographischen Wandels ist mit einem weiteren Anstieg der Zahl von Betroffenen in den nächsten Jahren zu rechnen. Die Entwicklung neuer Strategien  für die Behandlung und Prävention von Tumorerkrankungen stellt daher nach wie vor eine besonders große Herausforderung dar.

Das Georg-Speyer-Haus, Institut für Tumorbiologie und experimentelle Therapie betreibt onkologisch ausgerichtete Forschung, mit dem Ziel, die molekularen und zellulären Grundlagen der Tumorentstehung zu verstehen. Ein besonderer Fokus des Instituts liegt auf der Analyse und Interaktion der verschiedenen Zelltypen im Tumorgewebe im sogenannten Tumormikromilieu. Aufbauend auf den daraus gewonnenen Erkenntnissen ist es ein vordringliches Anliegen des Instituts neue therapeutische Konzepte und Strategien für diverse Tumorerkrankungen zu entwickeln und an entsprechenden validen Tumormodellen zu testen. In enger Kollaboration mit dem Universitärem Centrum für Tumorerkrankungen (UCT) und dem LOEWE Zentrum für Zell-und Gentherapie (CGT) sowie als Mitglied des Deutschen Konsortiums für Translationale Krebsforschung (DKTK) soll der Transfer in frühe Patientenstudien ermöglicht werden. Dieser translationale Ansatz, welcher von der Erforschung der tumorbiologischen Grundlagen bis hin zu prä-klinischen Studien reicht, wird in drei Programmbereichen verfolgt: (I) Zelluläre Kommunikation in der Stammzellnische, (II) Zell-Zell Interaktionen im Tumorstroma sowie (III) Experimentelle Therapie. Komplementiert werden die drei Programmbereiche von technischen Service-Einrichtungen, welche die Forschungsgruppen unterstützen.